Drückjagd – Spannung pur (Teil1)

Drückjagd – Spannung pur (Teil1)

Jetzt beginnt wieder die Zeit der Gesellschaftsjagden, denen viele Jagdleiter und Jäger entgegenfiebern. Hundegeläut, Jagd in geselliger Runde und spannende Erlebnisse sind das Salz in der Suppe für die bevorstehenden Jagden. Wie Sie schöne, vor allem unfallfreie Jagdtage erleben können, wollen wir Ihnen in unserer folgenden Drückjagdserie vorstellen.

Die Aufgaben des Jagdleiters

Im ersten Teil wollen wir eine Drückjagd aus Sicht eines Jagdleiters betrachten. Dabei klären wir Fragen über die Organisation und Aufgaben eines Jagdleiters.

Nach dem Jagdgesetz ist bei Gesellschaftsjagden ein Jagdleiter vorgeschrieben. Der Jagdleiter übernimmt eine wichtige Funktion und ist sowohl vor, während und nach der Jagd für die reibungslosen Abläufe verantwortlich. Er haftet bei groben Verstößen auch mit seiner eigenen Person. Die Planung einer Drückjagd beginnt bereits lange Zeit vor der eigentlichen Jagd und wird umso aufwendiger, je mehr Teilnehmer eingeplant sind. Über was muß sich ein Jagdleiter im Vorfeld Gedanken machen?

Auswahl der Stände

Zuerst gilt es das zu bejagende Gebiet festzulegen und die zu besetzenden Stände auszuwählen. In der Regel sind die zur üblichen Ansitzjagd vorhandenen jagdlichen Einrichtungen für Drückjagden nicht geeignet und die entsprechende Platzwahl wird vorgenommen. Dabei spielen die Dunkelbrücken eine wichtige Rolle, da Wild nur sehr ungern über freiere Flächen flüchtet. Aus Gründen der Sicherheit empfiehlt es sich hier Drückjagdböcke zu errichten. Bodenstände sind nur in kupierten Gelände geeignet, wo ein sicherer Kugelfang gegeben ist. Auch über eventuelle Schußverbote in bestimmte Richtungen sollte sich der Jagdleiter an den einzelnen Ständen Gedanken machen.

Drückjagdböcke erhöhen die Sicherheit und geben dem Schützen mehr Überblick an den Dunkelbrücken

Treffpunkt und Anstellen

Die Zusammenstellung der Gruppen und das Auswählen geeigneter Anfahrtrouten und Parkplätze erfolgt bereits auch schon in dieser frühen Phase der Planung. Der Treffpunkt der Jagdgesellschaft sollte möglichst abseits der zu bejagenden Fläche liegen, da Rotwild und Schwarzwild oft bereits das Treiben verlassen, sobald sie die Aktivitäten am Sammelplatz mitbekommen. Deshalb kann ein großer Auflauf mit Hörnerklang etc. oft kontraproduktiv sein. Auch das Anstellen sollte möglichst leise erfolgen und die Besetzung der außen liegenden Stände erfolgt zuerst, bevor die Schützen das Zentrum der Jagd betreten. Dabei hochgemachtes und flüchtendes Wild können wir so bereits bejagen.

Auswahl der Schützen und Hundeführer

Sobald die Anzahl der Stände festgelegt ist folgen in der Planung die Überlegungen zu den Teilnehmern. Besonders die Hundeführer spielen eine wichtige Rolle, da hier der Gesetzgeber auch klare Vorgaben macht. So müssen an Gesellschaftsjagden brauchbare Hunde in ausreichender Zahl teilnehmen. Da in der Drückjagdsaison gerade die Hundeführer oft schon lange im Vorfeld ausgebucht sind und die Hunde auch nur begrenzt einsetzbar sind, ist eine rechtzeitige Kontaktaufnahme unbedingt erforderlich. Um dem Verbot des Hetzen von Wild nach §19 Bundesjagdgesetz Rechnung zu tragen, dürfen ausschließlich spurlaut jagende Hunde zum Einsatz kommen. Stumm jagende Hunde versetzen das Wild in Panik. Als „Notlösung“ können stumm jagende Hunde mit kleinen Glöckchen bei der Jagd laufen.

Hundeführer und ihre vierbeinigen Gefährten spielen bei der Drückjagd eine zentrale Rolle – Egal ob der Hund vom Stand läuft oder die Beiden als Team die Jagdfläche beunruhigen.

Versorgung und Verarbeitung der Strecke

Über die zu erwartete Strecke und deren Versorgung sollte ebenso frühzeitig nachgedacht werden. Vor allem wenn die Jagd sehr erfolgreich verläuft und plötzlich statt der erhofften 10 Sauen, 50 Stücke auf der Strecke liegen. Absatzmöglichkeiten, Entnahme und Untersuchung der Trichinen- und Cäsiumprobe müssen in die Organisation mit einbezogen werden. Auch Gedanken darüber, ob jeder Erleger vor Ort aufbricht oder ein zentraler Aufbrechplatz eingerichtet wird, sind wichtige Bestandteil der Vorbereitung.

Das Versorgen der Strecke bedarf im Vorfeld einer guten Organisation, um die hohen Ansprüche der Wildbrethygiene zu erfüllen.

Absperren der bejagten Fläche

Zu den Sicherheitsmaßnahmen im Vorfeld zählt das Absperren des Gebiets am Jagdtag zu organisieren und vorzubereiten. Normalerweise gilt bei uns das freie Betretungsrecht der Landschaft nach dem Naturschutz- und Waldgesetz. In den jeweiligen Landesgesetzen besteht unter Umständen die Möglichkeit Flächen auch für die Durchführung von Jagden vorübergehend abzusperren. So ist es beispielsweise im Bayerischen Naturschutzgesetz Artikel 33 Absatz 3 geregelt. Sofern Straßen im Gebiet der bejagten Fläche liegen, muss frühzeitig eine mögliche Reduzierung der Geschwindigkeit oder andere Maßnahmen in die Planung einbezogen werden. Hier sind die jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften zu beachten.

Die Verkehrssicherung am Jagdtag ist eine wichtige Aufgabe des Jagdleiters. Bei Verstößen haftet der Jagdleiter auch persönlich.

Einweisen der Gruppenführer durch den Jagdleiter

Nachdem es gerade bei größeren Jagden dem Jagdleiter nicht möglich sein wird, das Anstellen der Schützen komplett alleine zu übernehmen, müssen im Vorfeld Gruppenführer bestimmt werden, die den Jagdleiter unterstützen. Die Gruppenführer müssen über entsprechende Revierkenntnis verfügen und bedürfen im Vorfeld einer ausführlichen Einweisung über die Lage der Stände und eventuelle sicherheitsrelevante Hinweise. Beim Abgehen der Stände mit den Gruppenführern kurz vor der Jagd kann der Jagdleiter bereits die Markierungen zum Auffinden der Stände anbringen und auch noch eventuell anfallende Arbeiten zum Freischneiden der Stände oder deren Betriebssicherheit überprüfen.

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Besetzung der Stände

Nachdem in dieser Phase bereits die Teilnehmer an der Jagd weitestgehend feststehen, kann sich der Jagdleiter Gedanken über die Besetzung der Stände machen. Je nach bekannten Fertigkeiten und Ausrüstung der einzelnen Teilnehmer, wird er die Stände verteilen. Unerfahrene Jäger bekommen eher Stände mit mehr Überblick, der Profi wird im Nahkampf eingesetzt. Der Jagdleiter sollte immer einen Plan B parat haben, da jederzeit kurzfristige Absagen möglich sind.

Weitere Überlegungen in der Planungsphase

Rechtzeitig müssen die Einladungen rausgehen, in denen neben Datum, Uhrzeit, Örtlichkeit, zu bejagende Wildarten auch eine Frist für feste Zu- bzw. Absagen enthalten ist. Auch die Information über die Verpflegung während und nach der Jagd ist für die Gäste wichtig. Diese muss der Jagdleiter natürlich bereits im Vorfeld organisieren. Es gibt nichts schlimmeres, als einer ausgehungerten Meute von Jagdgästen gegenüber zu stehen.

Nach diesen umfangreichen Vorüberlegungen kann sich der Jagdleiter direkt auf den großen Tag vorbereiten. Welche wichtigen Funktionen er hier zu erfüllen hat, werden wir im nächsten Teil der Serie betrachten.

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2 Kommentare

Edmund Weimer
27. Oktober 2019

Sehr gut geschrieben..

Waidmannsheil aus Dornheim / Hessen

E. Weimer

Antworten
Jagd1-Team
27. Oktober 2019

Sehr geehrter Herr Weimer,
Vielen Dank für Ihr netten Worte. Wir freuen uns. Wir hoffen, dass sie den 2. Teil der Serie ebenso interessant finden.
Viele Grüße und Waidmannsheil
Das Jagd1- Team

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Hannes Schelmbauer
31. Oktober 2019

Ein sehr toller Beitrag,
da sieht man mal was es für eine große Aufgabe ist und auch was der Jagdleiter für eine Verantwortung dabei trägt (von der Planung bis zur Durchführung)

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