Jagdhunde – Die unverzichtbaren Helfer

Jagdhunde – Die unverzichtbaren Helfer

Die Redaktion von Jagd1 möchte Sie mitnehmen auf einen Spaziergang durch die Welt der Hunde. Neben vielen anderen Einsatzmöglichkeiten sind sie auch für uns Jäger unverzichtbare Helfer geworden.

Der Hund und das Recht

In bestimmten jagdlichen Situationen ist der Einsatz brauchbarer Jagdhunde gesetzlich vorgeschrieben. Besonders bei der Arbeit nach dem Schuss gilt dieser Grundsatz. Wie ein Hund jagdlich brauchbar wird, ist in den jeweiligen Landesjagdgesetzen geregelt. Daneben müssen natürlich auch die Regelungen aus dem Tierschutzgesetz beachtet werden. Dazu gehören beispielsweise die Mindestgrößen von Zwingern oder die Regelung, dass Welpen frühestens mit acht Wochen von der Mutter getrennt werden dürfen. Doch verlassen wir das graue, staubige Feld der Rechtskunde und widmen uns direkt den vierbeinigen Freunden.

Hund woher kommst du?

Das Verhältnis Mensch – Hund währt schon lange Zeit und reicht bis in die früheste Geschichte der Menschheit zurück. Wann genau der wilde Wolf zum treuen Begleiter des Menschen wurde, lässt sich nicht mehr genau recherchieren. Aber aus den frühen Anfängen entwickelte sich eine tiefe, bis heute andauernde Beziehung. Gerade das Zusammenspiel Jäger und Hund baut auf tiefstes Urvertrauen und ist etwas sehr Besonderes. Im Lauf der Jahrhunderte wurden aus den Urhunden gezielt unterschiedlichste Rassen gezüchtet, die für ihre vorgesehenen Einsatzgebiete oft wahre Spezialisten sind.

Gruppeneinteilung der Jagdhunde

Grundsätzlich können wir unsere Jagdhunde in fünf Gruppen einteilen. Diese einzelnen Gruppen wollen wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen und ihre „Spezialfähigkeiten“ beschreiben. Dabei beziehen wir uns auf die ursprünglichen Einsatzmöglichkeiten. Heute geht der Trend eher zum Allrounder, der möglichst viele der im Revier anfallenden Arbeiten erledigen kann.

Jagende Hunde (Untergruppe Schweißhunde)

Die Jagenden Hunde, zu denen die Bracken gehören, sind die mit ursprünglichsten Rassen. Diese waren früher weit verbreitet und es gab regional verschiedenste Brackenschläge. Viele dieser alten Formen sind heute verschwunden. Ursprüngliche Aufgabe der Bracken war das Brackieren, eine Jagdart auf Hasen, gelegentlich auch auf Fuchs. Um die schwer zu arbeitende Hasenspur über einen längeren Zeitraum zu arbeiten, brauchen wir feinnasige Hunde, die über einen großen Spurwillen verfügen. Außerdem ist der Spurlaut unverzichtbar. Heute sind die Brackenschläge überwiegend im Winter auf Bewegungsjagden zu finden, bei denen man ihren Spurwillen und die Ausdauer nutzt, um Schalenwild zu bejagen. Aber auch für die Schweißarbeit sind diese Hunde hervorragend geeignet und so manche Bracke verbringt die jagdruhige Zeit im Sommer mit dieser anspruchsvollen Arbeit. Daher entstanden aus den frühen Brackenschlägen die Schweißhunde. Diese Spezialisten arbeiten in der Regel nur die Krankfährten von Schalenwild und bei entsprechender Einarbeitung ist es faszinierend welche Leistungen vollbracht werden. Zu den anerkannten Schweißhunderassen in Deutschland zählen der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke. Bekannte Brackenrassen sind die Brandlbracke (Vieräugl), Deutsche Bracke oder auch der Beagle.

Stöberhunde

Die Stöberhunde sind sehr vielseitig einsetzbare Hunde. Arbeiten vor dem Schuss, gehören genauso zu ihrem Leistungsspektrum, wie die Arbeit nach dem Schuss. Wie der Gruppenname andeutet, ist die Hauptaufgabe das Stöbern. Dabei soll der Hund das Gelände systematisch absuchen und hochgemachtes Wild mit Spurlaut verfolgen. Diese Form der Jagd ist auf die klassischen Niederwildarten Hase, Fuchs, Fasan und Ente möglich, wird aber auch auf Schalenwild bei großräumigen Stöberjagden angewendet. Beim Stöbern auf Niederwild zeigt unsere Fellnase das bogenreine Jagen als besondere Eigenschaft. Darunter versteht man, dass der Hund die bejagte Fläche nicht verlässt und selbständig erkennt, wo die Schützenkette das Gebiet begrenzt. Eine weitere Form der Arbeit vor dem Schuss ist das Buschieren. Dabei arbeitet der Hund unter der Flinte und entfernt sich nicht weiter als 20 bis 30 Meter von seinem Führer. So ist sichergestellt, dass hochgemachtes Wild vom Jäger auch in der Regel mit Schrot beschossen werden kann. Nach der erfolgreichen Arbeit sind die Stöberhunde auch zuverlässige Verlorenbringer, die erlegtes Wild apportieren. Ihre Wasserfreude macht sie zu guten Begleitern bei der Wasservogeljagd. Natürlich können Sie auch zur Schalenwildnachsuche eingesetzt werden. Typische Vertreter der Stöberhunde sind der Deutsche Wachtelhund, der Cocker- und Springerspaniel.

Deutscher Wachtel

Vorstehhunde

Die Gruppe der Vorsteher ist die größte Gruppe innerhalb der Jagdhunderassen. Diese wird noch nach dem Herkunftsland unterteilt. So gibt es Deutsche, Englische, Ungarische und Französische Vorsteher. Die klassische Arbeit des Vorstehers ist die Feldarbeit. Dabei sucht der Hund selbständig mit hoher Nase gegen den Wind das offene Gelände ab. Sobald der Hund Wildwitterung bekommt verharrt er regungslos und zeigt es seinem Führer. Das Vorliegen wäre ein ebenso erwünschtes Verhalten, genau wie das Nachziehen. Dabei folgt beispielsweise der Hund vorsichtig Schritt für Schritt einer Rebhuhnkette, die in Bewegung ist. Dagegen stellt das Nachprellen und selbständige Hochmachen des Wildes eine unerwünschte Verhaltensweise dar. Deshalb auch die wichtigste Grundregel bei der Feldarbeit. Das Wild macht immer der Hundeführer hoch und nicht der Hund. Nach dem Schuss werden die Vorsteher zum Apportieren geschickt. Anders in England, wo in der Regel immer zwei Hunde bei der Feldarbeit dabei sind. Der Vorsteher für die Arbeit vor dem Schuss und zum Verlorenbringen werden die Apportierhunde eingesetzt. Bei uns weit verbreitete Vorstehhunderassen sind zum Beispiel der Kleine Münsterländer, der Deutsch Kurzhaar, der Deutsch Drahthaar, der Deutsch Langhaar, der Magyar Vizsla und der Weimaraner.

Deutsch Drahthaar

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Apportierhunde

Wie bereits erwähnt werden die Apportierhunde hauptsächlich für die Arbeit nach dem Schuss verwendet. Diese Rassen sind sehr führerbezogen und besitzen als Merkmal den „weichen Biss“. Sie können sogar rohe Eier apportieren, ohne dass sie Schaden nehmen. Somit ist das unerwünschte Knautschen in der Regel kein Problem. Auch die große Wasserfreude ist eine der Eigenschaften der Apportierer. Für manchen Hundeführer gelegentlich ein Übel, wenn der Hund jede Pfütze oder Schlammloch für eine kühlende Erfrischung nutzt. Apportierer können auch die Schalenwildnachsuche meistern und werden dann oft zu Bringselverweisern ausgebildet. Ersatzweise für das nicht tragbare Schalenwild, bringt der Hund das Bringsel im Fang zurück, welches an einem Gummiband um den Hals befestigt wird. Damit zeigt er seinem Menschen, dass er das Stück gefunden hat und führt ihn dann dort hin. Klassische Vertreter der Apportierer sind der Golden Retriever, der Labrador Retriever und viele weitere Retrieverrassen.

Golden Retriver

Erdhunde

Zum Abschluss kommen noch unsere kleinsten Hundevertreter, die sich aber durch Mut und Entschlossenheit auszeichnen. Das brauchen sie auch, wenn sie sich unter Tage mit Fuchs und Dachs anlegen und versuchen diese aus dem Bau zu treiben. Der Kontakt mit Dachsen sollte möglichst vermieden werden, da der Dachs ein ernstzunehmender Gegner für den Hund ist und die Gefahr sehr groß ist, dass der Hund geschlagen wird. Deshalb ist die Bauarbeit im Kunstbau immer besser, als in Naturbauten, die auch ein höheres Risiko für das Verklüften mit sich bringen. Immer wieder muss der Jäger dann einen Einschlag machen und seinen treuen Jagdgefährten aus der misslichen Lage befreien. Dafür ist für den Baujäger ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand das Schanzzeug. Bei genauerer Betrachtung sind unsere Erdhunderassen gar nicht so klein. Sie sind eigentlich nur tiefer gelegt, aber die Körperlänge ist ähnlich wie bei vielen unserer anderen mittelgroßen Jagdhunderassen. Erdhunde werden heute nicht nur zur Baujagd eingesetzt, sondern sind sehr gut zum Stöbern und auch für Nachsuchen geeignet. Wer schonmal Teckel bei der Drückjagd oder auf einer Schalenwildnachsuche erlebten durfte, weiß von welcher Freude wir gerade schreiben. Besonders die Terrier verfügen über ein ausreichendes Maß an Wildschärfe und werden oft auch zur Sauenjagd eingesetzt. Dabei haben sie auf Grund ihrer geringen Körpergröße Vorteile gegenüber größeren Hunden. Diese sind an der Sau weniger beweglich und werden daher auch öfters von den Sauen geschlagen. Typische Vertreter sind der Teckel, den es als einzige Jagdhunderasse in allen drei Haarkleidern gibt. Dann ist noch der Deutsche Jagdterrier und weitere Terrierrassen verbreitet.

Zum Abschluss

Soweit unsere kleine Exkursion in die Welt der Jagdhunderassen. Es gibt sicher noch viel mehr zu berichten über die einzelnen Rassen, Rassemerkmale und die praktische Arbeit unserer vierbeinigen Jagdhelfer. Aber das sind dann Themen für weitere Beiträge zum Jagdhund. Sofern Sie bereits einen Hund jagdlich führen, wünscht Ihnen die Jagd1 Redaktion zusammen mit Ihrem treuen Helfer viel Freude und erfolgreiches Jagen.

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