Rasseportrait – Großer Münsterländer

Rasseportrait – Großer Münsterländer

Der Große Münsterländer gehört zu der Gruppe der deutschen Vorstehhunde und kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Wir wollen Sie mit an die Hand nehmen und Ihnen diese alte Jagdhunderasse etwas näher bringen.

Geschichte

Die Rasse des Großen Münsterländers (FCI-Standard Nr. 118) hat ihren Ursprung bereits in der Keltenzeit. Später wird in verschiedenen Quellen von einem großen, langhaarigen Vorstehhund berichtet, der als „Habichts- oder Vogelhund“ bezeichnet wurde. Diese Hunde wurden hauptsächlich zur Jagd auf Federwild eingesetzt. Zur damaligen Zeit gab es natürlich noch keine Rassestandards oder Zuchtverbände, so dass es keine einheitlichen Erscheinungsformen gab. In vielen Fällen fand man die braun-weiße Variante des Deutschen Langhaarigen Vorstehhundes, aber auch der schwarz-weiße Farbschlag wurde immer wieder beschrieben. 1878 wurden auf einer Delegiertenkonferenz die Rassemerkmale des Deutsch-Langhaars festgelegt und man einigte sich dabei auf die braune oder weiße Variante. Die schwarz-weiße Färbung wurde als Fehlfarbe und nicht reinrassig bewertet. Obwohl noch weiterhin im Zuchtbuch mit geführt, wurde dieser Farbschlag 1908 endgültig von der Zucht ausgeschlossen. In Deutschland, besonders in der Region um Münster, waren diese schwarz-weißen Vorstehhunde wegen ihrer Eigenschaften beliebt und man beschloss einen eigenen Rassestandard zu definieren und 1919 einen eigenständigen Verband zu gründen. Dies war die Geburtsstunde des Großen Münsterländers, der übrigens mit seinem Namensvetter, dem kleinen Münsterländer entwicklungsgeschichtlich keine Berührungspunkte hat.

Die Vorfahren der beiden Racker haben eine wechselvolle Geschichte erlebt…

Rassestandard

Der Große Münsterländer zählt zu den größeren Jagdhunderassen mit einem Stockmaß bei den Rüden von 60 – 65 cm und den Hündinnen von 58 – 63 cm. Das Körpergewicht beträgt im Schnitt 30 kg. Die Grundfarbe ist weiß mit schwarzen Platten und Tupfen oder schwarz geschimmelt. Der Kopf ist schwarz mit eventuell geringen weißen Abzeichen. Der Körperbau ist kräftig und muskulös. Das Wesen ist lebhaft, aber nicht nervös und die Großen Münsterländer zeichnen sich durch Führigkeit und Gelehrigkeit aus. Dies macht sie zu einem zuverlässigen, universell einsetzbaren Jagdbegleiter, deren Haupteinsatz bei der Arbeit nach dem Schuss zu sehen ist.

Der Große Münsterländer ist auch im Winter eine robuste Rasse

Das Haarkleid ist lang, dicht und liegt glatt an. Dadurch ist er bestens im jagdlichen Einsatz gegen Kälte, Nässe, Dornen und scharfkantiges Schilf geschützt. Als Familienhund ist diese kinderfreundliche Rasse gut geeignet, die aufgrund der früher gewünschten Mannschärfe Eigenschaften als Wachhund zeigt.

Arbeitseinsatz

Neben der klassischen Vorsteharbeit vor dem Schuss, kann der große Münsterländer auch gut zum Stöbern eingesetzt werden. Oft besitzen die Hunde den dafür erwünschten Spurlaut. Die besondere Stärke liegt aber in der Arbeit nach dem Schuß. So bekommt man mit dem Großen Münsterländer einen zuverlässigen Verlorenbringer im Feld-, Wald- und Wasserrevier, der über ausreichend Wild- und in der Regel auch Raubwildschärfe verfügt. Bei der roten Arbeit am Schweißriemen arbeitet der Große Münsterländer konzentriert und leistet auch hier sehr zuverlässige Arbeit.

Früh übt sich…

Zuchtverband

Vertreten wird der Große Münsterländer durch den Verband „Große Münsterländer e.V.“. Der Hauptverband ist in jeweilige Landesgruppen unterteilt. Um weitergehende Informationen zur Rasse Großer Münsterländer, die Verbandsarbeit oder das Zuchtgeschehen zu erhalten, können Sie die Homepage des Hauptverbandes besuchen.

Bildmaterial von Franz Loderer zur Verfügung gestellt.

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