Die roten Organe beim Wild

Die roten Organe beim Wild

Die Redaktion von Jagd1 möchte Ihnen im Folgenden die roten Organe beim Wild vorstellen, die bei der ersten Fleischbeschau durch uns Jäger als kundige Person eine wichtige Rolle spielen.

Vorstellung der roten Organe

Zur Lage der einzelnen Organe können wir den Wildkörper grob in drei Teilen darstellen. Im vorderen Drittel befindet sich die Kammer mit den beiden Organen Herz und Lunge. In der Mitte unmittelbar hinter dem Zwerchfell finden wir die Leber und die Milz. Die Leber liegt rechtsseitig und ist am Zwerchfell festgewachsen. Die Milz ist auf der linken Seite und ist mit dem Magen oder beim Wiederkäuer mit dem Pansen verbunden. Die beiden Nieren sitzen zum Anfang des hinteren Drittels oben links und rechts der Wirbelsäule. Ein Kästchen auf dem Maßstab der Bilder steht für einen Zentimeter.

Herz

Das Herz ist das einzige Organ, welches ein Muskel ist. Durch die permanente Bewegung ist der Muskel gut trainiert und ein gesundes Herz fühlt sich fest und kompakt an. Bei der Untersuchung der Organe sollte sich der Herzbeutel leicht lösen lassen. Das Herz gehört wie die Leber, Milz und Nieren zum kleinen Jägerrecht und kann auch für den menschlichen Verzehr verwertet werden.

Rehherz

Lunge

Die beiden Lungenflügel umschließen das in der Mitte liegende Herz. Somit treffen wir zwangsläufig bei einem Herztreffer auch mindestens einen der Lungenflügel. Die Lunge besitzt im gesunden Zustand ein sehr helles, beigefarbiges Gewebe. Dieses fühlt sich sehr weich und schwammig an. Sollten sich Knoten oder Verhärtungen im Lungengewebe befinden, kann dass auf bedenkliche Merkmale hindeuten. In einem hohen Prozentsatz der Fälle haben unsere Wildtiere einen Lungenwurmbefall. Sofern dieser Befall nicht zu ausgeprägt ist und sich noch keine großen Veränderungen des Gewebes ergeben, gilt das Stück, soweit keine weiteren bedenklichen Merkmale vorliegen, als genusstauglich. Die Lunge muss entsprechend fachgerecht entsorgt werden. Die gleiche Regelung würde auch bei Magen- und Darmwürmern gelten. Die dunklen Streifen auf dem Lungenbild sind die Abdrücke der einzelnen Rippen. Durch das Schußtrauma dehnte sich in diesem Fall die Lunge stark aus und so kam es zu den Hämatomen auf der Lungenoberfläche. Das stellt kein bedenkliches Merkmal dar.

Rehlunge

Leber

Die Leber ist ein wichtiges Organ zur Blutreinigung im Körper. Die gesunde Leber ist beim Drücken ein Zwischending zwischen Lunge und Herz. Bei den Cerviden fehlt auf der Innenseite die Galllenblase, die bei den anderen Wildarten zu finden ist. Häufig lässt sich an der Leber ein Parasitenbefall, zum Beispiel Leberegel feststellen. Als Anzeichen für Parasitenbefall sind immer wieder Milk Spots auf der Oberfläche zu finden. In solchen Fällen ist die Leber nicht genusstauglich, aber sofern keine weiteren bedenklichen Merkmale vorliegen, kann das Stück verwertet werden. Der Anhang auf dem Bild der Leberaussenseite ist ein Teil des Zwerchfells.

Rehleber Aussenseite
Rehleber Innenseite

Milz

Die Milz gehört als Organ zur Gesundheitspolizei im Körper. Die gesunde Milz fühlt sich ähnlich wie eine Leber halbfest an. Die Wiederkäuer haben eine rundliche, handtellerförmige Milz, die Sauen und Hasenartigen dagegen eine längliche, zungenförmige Milz. Eine besondere Bedeutung hat die Größe der Milz. Schwellungen deuten auf eine Infektion im Körper hin, genau wie bei vergrößerten Lymphknoten. Normalerweise ist die Milz eher dunkler gefärbt und die Färbung ist mit der Leber vergleichbar. Die Milz auf dem Bild ist größstenteils ausgeblutet und dann kommt es eher zu dieser blassen Farbe.

Milz von einem Stück Rehwild

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Nieren

Die gesunden Nieren fühlen sich beim Drücken eher fest an, ähnlich wie das Herz. Auch das Häutchen um die Niere sollte sich leicht ablösen lassen. Im Winter sind die Nieren dick vom Nierenfett umgeben und zeigt uns damit auch den guten Ernährungszustand des erlegten Stückes an. Beim Schwarzwild können punktförmige Einblutungen auf der Nierenoberfläche auf eine Infektion mit Schweinepest hindeuten.

Rehnieren ganz
Rehniere aufgeschnitten

Die Lymphknoten

Die Lymphknoten sind bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes des erlegten Wildes besonders wichtig. Die meisten Lymphknoten finden wir in der Leibeshöhle direkt an der Wirbelsäule zwischen den Filets. Nach dem Aufbrechen im Hängen lassen sich die Lymphknoten besonders gut bewerten. Weitere Lymphknoten sitzen an den Keulen und den Schultern. Diese sind deutlich nach dem Entfernen der Decke oder Schwarte zu erkennen. So können wir auch noch beim küchenfertig machen auf bedenkliche Merkmale stoßen. Normalerweise sind die Lymphknoten beigefarbig. Bei den Wiederkäuern sind die Lymphknoten im Bauchraum rötlich gefärbt und werden auch als Blutlymphknoten bezeichnet. Diese gelten bei den Wiederkäuern als nicht bedenklich. Insbesondere die Größe spielt eine wichtige Rolle. Stark vergrößerte, meist entzündete Lymphknoten deuten auf ein deutliches Infektionsgeschehen im Wildkörper hin und sind oft bereits früher erkennbar, als weitere krankhafte Veränderungen. Bei Schwarzwild können vergrößerte und blutige Lymphknoten ein Hinweis auf Schweinepest sein.

Lymphknoten beim Reh in der Leibeshöhle

Zum Abschluß

Wir hoffen wir konnten Ihnen einen kleinen Überblick über die roten Organe im Wildkörper liefern. Das Jagd1 Team wünscht Ihnen Waidmannsheil.

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