Jagdpassion in langer Tradition – Die Deutsche Bracke und die westfälische Dachsbracke

Jagdpassion in langer Tradition – Die Deutsche Bracke und die westfälische Dachsbracke

Die verschiedenen Brackenschläge sind entsprechend den regionalen Anforderungen, vom Hochgebirge bis in die Ebenen, entwickelt und unterscheiden sich im Wesentlichen äußerlich, also in der Farbe.

Zunächst seien zwei Fragen gestattet:

1. Was sind Bracken?
Bracken sind die in ihren Regionen durch die jagdlichen Anforderungen wie Wildarten und Reviergegebenheiten über Jahrhunderte entstandenen Gebrauchshunde als Jagdbegleiter.

2. Was tun Bracken?
Bracken sind grundsätzlich fährtenlaut mit tiefer Nase jagende bis mittelgroße robuste
Hunde. Als Solojäger suchen sie das Wild in den Einständen auf, jagen es anhaltend fährtenlaut und bringen es so vor den Jäger. Sie werden alles Wild jagen, das durch den Jäger vor ihnen zur Beute wird.

Die Bracken zählen zu den direkten Nachfahren der Keltenbracken, die schon im zweiten Jahrhundert n. Chr. in griechischen Werken über Jagdhundearbeit erwähnt wurden.

Gerade erleben die Bracken eine Renaissance

Deutsche BrackeWohl kaum ein anderer Jagdhundeschlag war so von der veränderten Jagdpraxis betroffen wie die verschiedenen Brackenrassen als den klassischen Waldgebrauchshunden. Dass sie das letzte Jahrhundert überlebten, ist Idealisten zu verdanken. Jetzt erleben die Bracken eine Renaissance.

Stellvertretend für die in Deutschland heute eingesetzten Brackenrassen stellen wir hier die „Deutsche Bracke“ und die „Westfälische Dachsbracke“ vor:

Diese beiden Rassen werden durch den Deutschen Bracken-Club e.V. mit rund 800 Mitgliedern im gleichen Zuchtbuch nach der gleichen Zuchtordnung betreut.

Der Deutsche Bracken-Club wurde 1896 in Olpe (Sauerland) gegründet. Er hat die damals noch existierenden nordwestdeutschen Brackenrassen / Brackenschläge zusammengefasst. Seit 1900 heißt der Einheitstyp ganz offiziell „Deutsche Bracke“, heute aber häufig auch noch nach dem seinerzeitigen Hauptverbreitungsgebiet „Olper Bracke“ oder „Sauerländer Bracke“ genannt.

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Jährlich werden über 100 Bracken ins Zuchtbuch des deutschen Brackenclubs aufgenommen

Der Deutsche Brackenclub kann jährlich ca. 100 Deutsche Bracken und ca. 30 Westfälische Dachsbracken ins Zuchtbuch aufnehmen.

Deutsche Bracken JagdhundeDie Deutsche Bracke ist ein mittelgroßer und eleganter, doch kräftig gebauter Jagdhund. Das kurze und dichte Glatthaar mit Unterwolle ist rot bis gelb mit schwarzem Sattel und den klassischen Brackenabzeichen, weißer Blesse, weißem Fang, weißem Halsring, weißer Rutenspitze und weißen Läufen. Die Schulterhöhe liegt zwischen 42 bis 52 cm. Gerade der Farbe kommt heute bei der Verwendung auf den Stöberjagden große Bedeutung zu.

Diesem familientauglichen wesensfesten, anhänglichen, aber auch feinfühligem Hund merkt man zuhause seine große Passion kaum an. Neben der guten Nase besticht auch der hervorragende Orientierungssinn. Von einer guten Bracke verlangt der Führer, dass sie freiwillig Verbindung zu ihm hält und nicht zügellos für sich selbst jagt.

Der kleine Bruder der Deutschen Bracke, die Westfälische Dachsbracke, ist ein niedriger, mäßig langgestreckter, ebenso kräftig gebauter Jagdhund mit edlem Kopf und langer Bürstenrute. Die Schulterhöhe liegt zwischen 30 und 38 cm. Die Dachsbracke liegt etwa in der gleichen Gewichtsklasse wie ihr großer Bruder und hat auch die gleichen Farbe sowie die o. a. Brackenabzeichen. Sie ist der klassische Vertreter der Niederlaufhunde in Deutschland und entstand aus der Anpassung an die kleineren Reviere. Zuchtziel war, eine kleinere, durch niedrigeren und gestreckteren Körperbau langsamere Bracke zu züchten, um ein Überjagen und eine zu starke Beunruhigung des Schalenwildes zu vermeiden.

Bracken kommen meist vor dem Schuss zum Einsatz

Deutsche Bracken in AktionEs ist tatsächlich so, dass das Wild oftmals diese Hunde nicht richtig „für voll nimmt“. Es verhofft viel häufiger, da unsere laut jagenden Hunde oft erst weit hinter dem Wild folgen. So hat der Schütze genügend Zeit, das Wild sicher anzusprechen und einen sauberen Schuss anzutragen. Beide Brackenschläge werden heute vorwiegend für die Arbeit vor dem Schuss eingesetzt, wobei sie auf alles laufende Wild stöbern. Es gibt jedoch auch Bracken / Dachsbracken, die neben der Stöberarbeit vorwiegend auf Schweiß geführt werden.

Sowohl für die Deutsche Bracke als auch für die Westfälische Dachsbracke gilt, dass der Deutsche Bracken Club derzeit praktisch keine Welpen ins Ausland abgibt, da die Zuchtbasis bei beiden Jagdhunderassen dies kaum zulässt. Die aus dem Zuchtgebiet herausgegebenen Hunde sind der Beobachtung und Leistungskontrolle entzogen und somit in der Regel für die Zucht verloren.

Die Abgabe der Welpen erfolgt ausschließlich an Jäger, die die Hunde im Revierbetrieb sowie entsprechend auf ausreichend vielen großräumigen Bewegungsjagden einsetzen können.

Deutsche BrackenBei Zwingerhaltung der Bracken erwartet der DBC, dass die Hunde vorwiegend und täglich ins Haus geholt werden, denn unsere Bracken lieben den intensiven Körperkontakt mit dem Führer und den Familienmitgliedern. Der Bewegungsdrang unserer bunten Hunde ist enorm; daher ist es unbedingt erforderlich, dass diesem Drang auch in der jagdlosen Zeit genüge getan wird.

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Drei Prüfungen müssen absolviert werden

Gemäß der Prüfungsordnung für Bracken sind drei Prüfungen mit den Bracken durchzuführen: die Anlageprüfung auf Hase oder Fuchs, die Schweiß- oder Fährtenschuhprüfung auf der mindestens 600 m langen Fährte sowie die Gebrauchsprüfung. Aber auch auf der 1000 m langen Übernachtfährte bei Verbandsschweißprüfungen und Verbandsfährtenschuhprüfungen sowie auf Verbandsstöberprüfungen und den Brauchbarkeitsprüfungen der jeweiligen Bundesländer können wir unsere Bracken erleben.

Bracken JagdhunderasseDie Ausbildung der Bracken ist, was die Stubendressur und die Gehorsamsfächer sowie die Schweißarbeit anbelangt, identisch mit der aller Jagdhunderassen. Später teilt sich der Ausbildungsweg, da wir von unseren Bracken überwiegend keine Wasserarbeit und Apportierleistungen verlangen. Die Bracken werden dann auf ihren überwiegenden Einsatzbereich, die Stöberarbeit, vorbereitet. Diese lernen sie nicht durch Dressur, sondern durch stetigen Einsatz draußen im Revier. Sie jagen nicht in der Meute, sondern als Alleinjäger, wie wir das auf den Bewegungsjagden auch erwarten. Selbstverständlich wird mit jedem erlegtem Stück Schalenwild oder Teilen davon eine Schleppe gezogen, um die erlernten Fähigkeiten bei der Schweißarbeit aufzufrischen und dabei unseren jagdlichen Helfern ein Erfolgserlebnis zu geben.

Erfolgreiche Jagd mit BrackenGenerell werden unsere Hunde auf den Drückjagden vom Führer vom Stand aus geschnallt. Somit ist man auch auf der Drückjagd als Hundeführer ein aktives Mitglied der Jagdgesellschaft. Das Angehen von Standlaut ist den Hundeführern grundsätzlich erlaubt. Brackenführer werden oft und gerne zu Drückjagden eingeladen, da der jagdliche Erfolg mit den Bracken sehr groß ist.

Grundsätzlich sei nochmals angemerkt, dass man eine Bracke selten dressurmäßig erziehen kann, wie beispielsweise einen Vorstehhund. Die Bracken als Vorgänger aller unserer Jagdhunderassen einschließlich der Schweißhunde werden „angeleitet“ und, spaßeshalber, „verführt“.

Der Deutsche Bracken-Club bezweckt die Reinzucht, Veredelung und Verbreitung der beiden Brackenrassen „Deutsche Bracke“ und „Westfäliche Dachsbracke“

Autor: Sylvia Dreeskornfeld / Geschäftsführung Deutscher Bracken-Club e.V.
Bilder: Sylvia Dreeskornfeld, Christian Heck © DBC e.V.

Weitere Infos unter:

sylvia.dreeskornfeld@deutscher-bracken-club.de

www.deutscher-bracken-club.de

oder auch in der Zwischenzeit auf Facebook

https://www.facebook.com/deutscher.bracken.club.e.V

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